Alexandra Lovece, 08.07.2017

Was müssen wir uns noch alles gefallen lassen! Baden-Baden ist eine Weltstadt und lebt vom Tourismus. Veranstaltungen und Infrastruktur sind darauf ausgerichtet, möglichst viele BesucherInnen anzulocken. Doch irgendwo muss eine Grenze gezogen werden. Spätestens dann, wenn die „Einheimischen“, die EinwohnerInnen Baden-Badens so sehr eingeschränkt werden, dass es nicht einmal mehr möglich ist, alltägliche Handlungen auszuführen.

Das alljährliche Oldtimer-Meeting ist z. Z. der Anlass, einen Straßenzug in der Kaiserallee zu sperren. Das wäre hinnehmbar, doch dieses Jahr ist die örtliche Situation anders. Aufgrund der Bauarbeiten auf dem Leopoldplatz werden die Busse der Baden-Baden-Linie schon seit einigen Monaten durch die Kaiserallee umgeleitet. Aber da nun auch diese Straße gesperrt werden muss, wo sollen die Busse fahren? Als Lösung bleibt der Michaelstunnel übrig, durch den die meisten Busse umgeleitet werden. Angefahren werden Haltestellen vor und nach dem Tunnel. Die Haltestellen der Innenstadt können somit nicht mehr bedient werden.

Empört muss man feststellen, dass es nicht möglich ist, mit einem Bus in die Innenstadt zu gelangen. Üblicherweise kann man z. B. an der Haltestelle „Waldseestraße / Verfassungsplatz“ einsteigen und an der Haltestelle „Hindenburgplatz / Kaiserallee“ wieder aussteigen, um in die „Lange Straße“ zu gelangen. Alle Geschäfte in der „Lange Straße“, Supermarkt, Sparkasse, Apotheke sind nun aber nur zu Fuß zu erreichen. Bei Sommerhitze, mit schweren Einkaufstaschen ist das kein Vergnügen, vor allem auch für ältere Menschen, evtl. mit einer Gehbehinderung.

Aber das Oldtimer-Meeting geht offensichtlich vor. Ist es so wichtig, die extravaganten Wünsche von wohlhabenden Besuchern / Besucherinnen zu befriedigen, welche vor allem ihren Reichtum zur Schau stellen wollen? Das Wohl der EinwohnerInnen muss vorgehen. Die beschriebene, enorme Beeinträchtigung ist nicht akzeptabel und löst bei vielen eine große Empörung aus. Es muss bei zukünftigen Entscheidungen an alle BewohnerInnen der Stadt Baden-Baden gedacht werden. Alte Autos können auch an einem anderen Ort der Stadt ausgestellt werden.