Für den Erhalt der Kliniken

Das Vorpreschen der Stadt Rastatt in Sachen KMB-Klinik Neubau ist fatal, da es weder für eine 1-Standort-Lösung noch für die 2-Standort-Lösung eine beschlussfähige Planung gibt. Die Träger des Klinikum Mittelbaden, also der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden , haben es bislang versäumt, ein ausgereiftes Konzept für die weitgehende Umstrukturierung des KMB und die Schließung der drei noch bestehenden Akutkliniken in Balg, Rastatt und Bühl vorzulegen.

Bis dato gibt es nur ein Strukturgutachten der aktiva GmbH, das einen zentralisierten Klinikneubau präferiert, aber viele zentrale Fragen offen lässt bzw. gar nicht stellt. Vollkommen unbeantwortet sind beispielsweise die Fragen der sozialen, ökologischen und Nachhaltigkeitsfolgen einer solch gravierenden Umgestaltung. Weder Umweltverträglichkeitsaspekte noch die verkehrlichen Folgewirkungen noch die Fragen des Rückbaus, Abriss oder Umnutzung der bestehenden Kliniken werden beantwortet und auch die Kostenfrage wird nicht seriös behandelt. Veranschlagte Baukosten von 331 Mio. Euro für einen Zentralbau mit 660 Betten auf der “grünen Wiese” sind ein schlechter Witz, so der Linke-Landtagskandidat im Wahlkreis Rastatt, Norbert Maßon. Das 3- bis 4-fache würde am Ende dabei herauskommen, so der Linke-Politiker.

Die Linke bleibt bei ihrer Einschätzung, dass die bestehenden Krankenhäuser für die wohnortnahe Akutversorgung dringend gebraucht werden und fühlt sich von den positiven Reaktionen zur laufenden Online-Petition “Rettet die Krankenhäuser in Mittelbaden” bestätigt. Mittlerweile haben sich mehr als 2500 Menschen im Internet und bei Infoständen für den Erhalt der Krankenhäuser ausgesprochen.

Ein unabhängiges ausführliches Gutachten, das die Alternativen Sanierung versus Neubau seriös gegenüberstellt, ist das Gebot der Stunde, so das linke Kreistagsmitglied Dieter Balle. Die gerade eben vom Bundestag genehmigten Krankenhaus-Fördermittel sollten zügig für eine Sanierung, Modernisierung und Digitalisierung der bestehenden Strukturen beantragt und verwendet werden.

Zum Abrücken der grünen Kreistagsfraktion von der Geburtsstation Rastatt erklärte Kreistagsmitglied Balle: Dass bei Patientenbefragungen die Rastatter Geburtsklinik besser abgeschnitten habe als die in Balg, sei neben den eindeutigen Reaktionen bei Betroffenen, Angestellten und der Bevölkerung ein klares Votum für den Erhalt der dezentralen, familiären Strukturen. Anonymität fördernde Zentralbauten verströmen dagegen den Charme einer Krankenhausfabrik.

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