PFC Altlasten in Oberweier

11. Januar 2021  Allgemein

Riesige Altlasten-Hypothek auf der Deponie Hintere Dollert

Auf der Deponie Hintere Dollert schlummert eine PFC-Altlasten-Hypothek, welche schlimmste Befürchtungen übertrifft. Von 1985 bis 2004 wurden von den Papierfabriken im Murgtal nicht weniger als 328.000 t mutmaßlich hoch mit PFC-belasteter Papierschlämme auf der Oberweierer Zentraldeponie abgelagert. Dies geht aus der Antwort des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises (AWB) auf eine Anfrage der Linken im Kreistag hervor. Genauso erschütternd, so Linken-Kreisrat Dieter Balle, ist wohl die Tatsache, dass man in den letzten fast zwanzig Jahren keine konsequenten Schritte unternommen hat, um diese beträchtliche Schadstofffracht genauer zu erfassen, zu isolieren und unschädlich zu machen, zumindest nachdem man um die Gefährlichkeit von PFC für Mensch und Umwelt weiß. Bis heute gibt es keine Sickerwasserreinigungsanlage, die dazu in der Lage ist, PFC abzuscheiden und etwa durch Verbrennung zu vernichten. Die seit 1986 im Betrieb befindliche Sickerwasseranlage ist hierfür nicht geeignet. Die toxischen Sickerwässer werden letztlich in den Deponiekörper zurückgeführt, ein Schadstoffkreislauf, der immense Risiken für Umwelt und Grundwasser birgt, nicht zuletzt da der Deponiekörper nach Meinung von Fachleuten nicht als stabil angesehen werden kann. Deshalb hält Die Linke ein umfangreiches PFC – bzw. Schadstoffmonitoring auf der Deponie bzw. den Übergangsdeponien für unbedingt erforderlich, um die Gefährdungspotentiale der Altlasten umfassend erfassen und geeignete Sanierungsmaßnahmen einleiten zu können. Nach den Plänen des Landkreises soll erst für die geplante zusätzliche PFC-Bodenaushub-Deponierung eine PFC-Sickerwasserreinigungsanlage installiert werden. Eine diesbezügliche mobile Versuchsanlage war bis Ende des vergangenen Jahres für drei Monate in Betrieb gewesen. Der Autor der im Kreistag vorgestellten Machbarkeitsstudie hat eine 100%ige Reinigung auch mit einer solchen Anlage verneint. In einer neuerlichen Anfrage an den AWB will Die Linke darüber hinaus wissen, wie der Landkreis die Gefährdung von Umwelt und Grundwasser durch die weder oben noch unten abgedichteten sog. Übergangsdeponien sieht, wo in den 60er und 70er Jahren mutmaßlich ebenfalls giftige Chemikalien abgelagert wurden, die eine Gefahr für das umgebende FFH- und Wasserschutzgebiet darstellen könnten. Zu klären ist außerdem, ob und in welcher Weise die Anlieferer, also die Verursacher der toxischen Hinterlassenschaften in irgendeiner Weise zur Rechenschaft und Verantwortung gezogen wurden ?


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*